«Nosferatu». Theatrale Intervention zwischen Film- und Stadtgeschichte (2015-2016)

Dieses Projekt wird mit freundlicher Unterstützung gefördert durch

Die Kleinstadt Michelstadt, im Herzen des Odenwaldes in Südhessen, soll Dreh- und Angelpunkt der theatralen Intervention "Nosferatu" werden. Durch eine ausgiebige Recherche- und Interviewphase zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, sollen diese aktiv Teil einer Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte der 1920er Jahre werden.


Es folgen theatrale Interventionen innerhalb der Stadtarchitektur, die mit einer Originalkamera aus den 1920er Jahren gefilmt werden. Die hieraus entstandenen Erkenntnisse münden in einer großen Freilichtinszenierung im Juli 2016. 


Es ist das Unheimliche, das uns bewegt. In Träumen, in Gesprächen oder Gedanken stolpern wir immer wieder über Geschichten, die unaufgeklärt, nicht richtig überliefert oder vielleicht sogar unausgesprochen sind. Eine Kleinstadt lebt von den Mythen, die sich um Häuser, Straßenzüge oder Waldgebiete ranken. Sie werden erzählt, in der heimischen Kneipe, beim Bäcker, im Hobbykeller. Das Medium Film bebildert uns das Noch-Nicht-Gesehene, allen voran der 1922 uraufgeführte Film "Nosferatu - Symphonie des Grauens". Das Projekt wird eine fiktional gedachte Parallelführung der Filmgeschichte mit der damaligen Stadtgeschichte dazu nutzen, um die historische Stadtarchitektur, die oral verbreiteten Sagen und Mythen, zu untersuchen. Wie wirkt das Damals in das Heute? Sind Jugendliche noch Teil dieses Kleinstadtkosmos oder gruseln sie sich lieber vor TV und Computer? Was würde passieren, wenn sich die real anmutenden Schauermärchen realisieren? 


Die "Spiellust" fördert so eine soziokulturelle Auseinandersetzung abseits der kulturellen Ballungszentren: Stadtgeschichte, Filmgeschichte und Mythos evozieren die Teilhabe an aktiv gelebter Geschichte. Es bleibt so zu überprüfen, ob diese künstlerische Auseinandersetzung eine Auswirkung auf den heutigen Umgang mit dem eigenen Stadtbild und der damit verbunden Identifikation haben wird. 

Phase 1 - Forschungsarbeit
Die beteiligten Künstler_innen und Bürger_innen beginnen aktiv innerhalb der Stadtgeschichte Michelstadts nach verwertbaren Geschichten, Mythen und Orten zu forschen... Erste Ideen für ein Theaterskript entstehen. 


Phase 2 - Workshopphase

In verschieden Workshops werden die Teilnehmenden auf die Interventions- und Inszenierungsphase vorbereitet. Dabei sind folgende Themen geplant: Filmgeschichte, Kameraarbeit, Stadtgeschichte, Puppenspiel, Kostümbild, Bühnenbau und Inszenierungsarbeit.


Phase 3 - Interventionsphase

Mit den durch die Forschungsarbeit gewonnen Themen und Orte werden theatrale Interventionen geplant, die in das Stadtbild eingebaut werden. Diese Interventionen werden durch eine Kamera aus den 1920er Jahren filmisch festgehalten und werden später Teil der Handlung des Theaterstücks. 


Phase 4 - Inszenierungsphase

In dieser Phase laufen alle vorherigen Phasen zusammen. Auf Grundlage eines Textbuches, das zum einen durch die Bearbeitung der gewonnenen Ergebnisse und zum anderen durch Rückgriff auf die Geschichte "Nosferatus" und des Dracula-Stoffs entsteht, beginnt die Inszenierungsarbeit. Mit über 40 Darstellerinnen und Darstellern soll auf einer Freilichtbühne ein abendfüllendes Programm entstehen, das als Abschlussergebnis des Projektes an zehn Abenden im Juli 2016 präsentiert wird. Im Anschluss an die Veranstaltungen wird in Zuschauergesprächen die Rückwirkung der Projektergebnisse diskutiert werden.

Team & Weitere Informationen

Das Projekt findet in Kooperation mit der Stadt Michelstadt, dem Stadtarchiv Michelstadt (Hannes Winter) und diversen Künstlerinnen und Künstler aus der Region statt. 

Projektleitung 


Künstlerische Leitung


Das Projekt startete im Oktober 2015 und mündet im Juli 2016 in der Freilichtinszenierung "Nosferatu - Symphonie des Grauens".


Letze Aktualisierung: 

11. August 2017

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